Artenbeschreibung
Die Gelenkschildkröten der Gattung Kinixys sind eine sehr variabele Gattung.
Die Arten
Noch vor 30 Jahren ordnete man alle Glattrandgelenkschildkröten Kinixys belliana unter, wobei man nur von zwei Unterarten ausging. Da selbst die Panzerzeichnung einer Art bzw. Unterart sehr variabel sein kann, tat man sich lange mit einer genaueren Zuordnung schwer.
Auch ändern sich die Zeichnung bzw. Farbe der Tiere mit fortschreitendem Lebensalter.
Unterschied man früher nur drei Arten: Kinixys belliana, Kinixys erosa und Kinixys homeana so wurde in einer kürzlich taxonomischen Revision (Genanalyse) der Gattung, die zwei Unterarten (Kinixys nogueyi und Kinixys zombensis) auf den Status einer eigenen Art erhoben (2012) und hat so zur Anerkennung von acht Arten geführt.
Kinixys homeana, Kinixys erosa, K. nogueyi, K. belliana, K. spekii, K. natalensis, K. lobatsiana.
Kinixys zombenis enthält zwei Unterarten: K. z. zombensis und K. z. domerguei.
Es gibt zahlreiche Lücken in den Daten über Populationsdichte, Habitus, Bedrohung, Naturgeschichte und Naturschutz. Auf Basis der aktuellen Literatur ist es sehr wahrscheinlich, dass alle Kinixys innerhalb des gesamten Bereichs erfasst werden können.
Bis vor kurzem wurden mehr als 75% der Kinixys nicht untersucht (NE) oder es gab keine ausreichenden Daten (DD). Die Daten der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) gab in einem Arbeitskreis eine Beurteilung zur Roten Liste im Jahr 2013 für die in Afrika südlich der Sahara lebenden Schildkröten.
Dies führte zu einer Rangordnungsliste aller gefährdeten Arten (Kinixys nogueyi, Kinixys spekii, Kinixys belliana, Kinixys natalensis, Kinixys lobatsiana und Kinixys zombensis), die gefährdet sind (Kinixys erosa) oder deren Bestände hochgradig vom Aussterben gedroht sind (Kinixys homeana).
Die Gefährdung durch den Menschen scheint unaufhaltsam. So trifft es hier vor allem die Zerstörung des natürlichen Habitats.
Allgemein wurde die Gattung Kinixys oft zu kalt oder im Gegenzug viel zu warm und zu trocken gehalten. Die Temperatur sollte bei 22 C° bis 30 C° liegen und nicht über 35 C° (bzw. 45 C°) lokale Wärme ansteigen. Auch ist auf einen feuchten und einen trockenen Teil zu achten. Auch Bereiche um 18 C° sind den Tieren noch angenehm und sollten unbedingt vorhanden sein. Kinixys homeana und Kinixys erosa sind noch etwas mehr auf Feuchtigkeit angewiesen. So kann man ihnen auch ein Aquaterrarium einrichten. Es sollen Temperaturzonen entstehen. Die genaue Temperatur entnehmen sie bitte den Steckbriefen.
In den 1980er Jahren wurden diese aus Afrika stammenden Schildkröten in Massen eingeführt. Häufig stammten die Tiere aus Togo und Benin und gelangten so auf den deutschen Markt. Zum Teil wurden die Tiere aus allen Teilen des Landes gesammelt, so lässt sich nicht mehr auf das Ursprungsgebiet ableiten und die Einodnung in Art und Unterart gestaltet sich als schwierig.
Da man in den 80er/ 90er Jahre noch sehr wenig über diese schönen Landschildkröten wusste, starben viele im ersten Jahr ihrer Gefangenschaft.
Der überwiegende Teil der Tiere starb durch Nahrungsverweigerung und der damit verbundenen explosionsartigen Vermehrung von Einzellern und Geißeltierchen die bei den importierten Tieren natürlicherweise vorkommen.
Falsche Ernährung und Freilandhaltung nach dem Vorbild der Europäischen Landschildkröten brachten weitere Verluste durch Atemwegserkrankungen (Lungenentzündung).
Freilandhaltung ist nur bedingt möglich, so im Sommer, wenn die Temperaturen über 25 C° (Bodentemperatur) ansteigen. Die Kinixys brauchen ein Frühbeet oder ein Gewächshaus. Bei Nachttemperaturen unter 22 C° setzt man die Tiere besser ins Terrarium.
Seit einigen Jahren nun kann man eine erfreulich Wende erkennen. Die Haltung wird besser und tiergerechter, immer mehr erfolgreiche Nachzuchten kommen auf den Markt.
Ein Wehmutstropfen bleibt: Es werden weiterhin Kinixys als Wildfänge und Farmzuchten importiert.
2014 (bis aktuell) beschloss die Europäische Union den Handel mit Kinixys Arten weiterhin zu beschränken. So dürfen Tiere aus bestimmten Verbreitungsgebieten nicht mehr in die Union verbracht bzw. importiert werden.
Dies betrifft vorläufig nur Wildfänge und Farmzuchten.
Alle Kinixys belliana aus den Ursprungsländern Benin, Ghana und Mosambik.
Alle Farmzuchten aus Benin die größer als 5 cm Panzerlänge (PL) messen.
Alle Kinixys erosa aus den Usprungsländen Demokratische Repuplik Kongo und aus Togo.
Alle Kinixys homeana Wildfänge aus Benin, Ghana und Togo.
Alle Farmzuchten aus Benin.
Alle Farmzuchten von mehr als 8 cm PL aus Togo.
Alle Kinixys spekii aus Mosambik.
Weiterhin gibt es Beschränkungen und Einzelentscheidungen die sich auf das jeweilige Land beschränken. Die Einfuhr aus den übrigen Verbreitungsgebieten bleibt beschränkt und liegt zwischen 30 und 500 Exemplaren. Es werden statistisch mehr männliche als weibliche Kinixys importiert.
2016 wurden noch 500 Kinixys belliana aus Togo importiert.